Intensivpflege

Die Intensivpflege ist eine spezialisierte Art der Krankenpflege. Menschen, die schwer erkrankt und verletzt sind, benötigen eine besonders intensive Betreuung und professionelle Pflege durch ausgebildetes Fachpersonal. Diese individuelle Pflege findet aufgrund ihrer Komplexität oft in Krankenhäusern oder spezialisierten Pflegeeinrichtungen statt (stationäre Intensivpflege). Sie kann jedoch auch im häuslichen Umfeld der jeweiligen Patient:innen durch einen geschulten Pflegedienst ausgeführt werden. Die häusliche Intensivpflege wird auch als außerklinische Intensivpflege oder ambulante Intensivpflege bezeichnet.

Stationäre Intensivpflege

In der stationären Intensivpflege werden Pflegebedürftige in medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Kliniken oder Pflegeheimen untergebracht und von medizinischem Personal rund um die Uhr betreut. Eine stationäre Pflege ist nur bei besonders schweren Krankheiten notwendig oder dient als Übergangslösung, zum Beispiel nach einer komplizierten Operation oder einem längeren Krankenhausaufenthalt. Viele Pflegeeinrichtungen setzen einen bestimmten Pflegegrad für die stationäre Aufnahme voraus, da die frei verfügbaren Plätze für Intensivpatient:innen gering sind. 


Nach dem SGB XII § 13 gilt daher der Grundsatz ambulant vor stationär: 

Ambulante Intensivpflege

Dank der fortschrittlichen medizinischen Möglichkeiten ist in den meisten Fällen eine ambulante Intensivpflege bzw. eine häusliche Pflege ausreichend. Diese findet entweder zu Hause bei den Patient:innen oder in anderen betreuten Wohnformen statt, wie beispielsweise einer speziellen Wohngemeinschaft. Die Organisation der außerklinischen Intensivpflege übernehmen in der Regel die Familienmitglieder der pflegebedürftigen Angehörigen.

Häusliche Intensivpflege

In der Heimpflege übernimmt ein ambulanter Pflegedienst die ganztägige oder auch nur stundenweise Pflege der Patient:innen. Für eine erfolgreiche häusliche Intensivpflege ist das Vertrauensverhältnis zwischen Pflegepersonal und Patient:in sowie den Angehörigen essenziell. Die Intensivpfleger:innen arbeiten deswegen eng mit Fachärzt:innen zusammen, die sich um die schwerstkranken Angehörigen kümmern. So entsteht eine verlässliche Kommunikationsstruktur zwischen Familienmitgliedern, Intensivpfleger:innen und Ärzt:innen.

Die häusliche Intensivpflege bringt für Patient:innen und deren Angehörige einige Vorteile mit sich:

  • Individuelle 1:1 Betreuung: Die Pflegefachkraft versorgt ausschließlich die zu pflegende Person. So kann sie optimal auf die Bedürfnisse dieser eingehen.
  • Vertraute Umgebung: Patient:innen fühlen sich wohler und entspannter in ihrer eigenen Umgebung, was die Genesung fördert.
  • Beteiligung von Angehörigen: Familienmitglieder des Betreuten können mehr in den Pflegeprozess einbezogen werden und somit Unterstützung bieten.
  • Kostenersparnis: Die Heimpflege ist oft kostengünstiger als eine stationäre Unterbringung in einem Krankenhaus oder einer spezialisierten Pflegeeinrichtung.

Intensivpflege in einer Wohngemeinschaft

Eine Alternative zur Heimpflege ist die Intensivpflege in einer spezialisierten Wohngemeinschaft. Hier lebt eine kleine Gruppe von Intensivpatient:innen gemeinsam in einer barrierefreien Wohnung. Die Pflegefachkräfte sind ganztägig anwesend und kümmern sich in der Regel um ein bis drei Patient:innen mit einem ähnlich hohen Intensivpflegebedarf.

Eine Sonderform von Intensivpflege-WGs sind Beatmungs-WGs. In diesen wohnen Patient:innen mit schweren Lungenerkrankungen oder Personen im Wachkoma, die auf eine Heimbeatmung angewiesen sind. Im Vergleich zur stationären Intensivpflege profitieren mobile Pflegebedürftige bei diesem Modell von einer persönlichen Wohnungsausstattung und mehr Freiheiten.

Aufgaben der Intensivpflege

Um eine umfassende medizinische Überwachung rund um die Uhr zu gewährleisten, ist speziell geschultes Fachpersonal notwendig. Die Intensivpfleger:innen in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder eines Pflegedienstes sind auf die Versorgung von Patient:innen spezialisiert, die auf eine fördernde Pflege und Beatmungsunterstützung angewiesen sind. 

Die Aufgaben der Intensivpflege orientieren sich stets an den individuellen Bedürfnissen des Pflegebedürftigen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Überwachung und Durchführung der Vitalfunktionen (Monitoring)
  • Absaugen bei Patient:innen mit Trachealkanüle (Sekretmanagement)
  • Außerklinische Beatmung (Heimbeatmung)
  • Entwöhnen von Beatmungsgeräten (Weaning)
  • Überwachung und Gabe von Medikamenten
  • Insulintherapie bei Diabetes-Patient:innen (ICT, CSII)
  • Infusionstherapie
  • Ernährungstherapie
  • Lagerung von Patient:innen
  • Blutentnahmen
  • Injektionen

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Häufig gestellte Fragen