Pflegeberuf Gehalt: Einflussfaktoren kennen, nutzen und mehr verdienen

Pflegekräfte tragen eine hohe Verantwortung. Sie sorgen für die Gesundheit von Menschen jeglichen Alters, erkennen ihre Bedürfnisse und leiten daraus entsprechende Maßnahmen ab.  Oft sind Pflegefachkräfte aufgrund der herrschenden Arbeitsbedingungen körperlich und psychisch stark belastet. Dennoch findet in vielen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesen noch keine leistungsgerechte Bezahlung statt. 

In diesem Blogbeitrag erfährst du, welche Faktoren dein Gehalt beeinflussen, was du für eine bessere Vergütung tun kannst und wie du dabei von Zeitarbeit profitierst.

Einflussfaktoren auf das Gehalt

Um zu verstehen, wie sich dein Gehalt zusammensetzt und wie du ein höheres Einkommen erzielst, solltest du zunächst die Einflussfaktoren kennen. Hierbei spielen persönliche und äußere Einflüsse eine wichtige Rolle. 

Zu den persönlichen Einflüssen gehören dein Berufsabschluss, deine Berufserfahrung, dein Aufgabengebiet sowie einige weitere persönliche Faktoren, wie Verhandlungsgeschick. Zu den äußeren Einflüssen zählen die Wahl der Einrichtung und des Arbeitsortes (Bundesland), die Unternehmensgröße sowie Vertragskonditionen.

Berufsabschluss: Ausbildung vs. Studium

Das Bildungsniveau hat einen großen Einfluss auf dein Pflege-Gehalt. Ob du eine abgeschlossene Ausbildung oder studiert hast, spielt bei der Vergütung deiner Arbeit eine entscheidende Rolle. Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann erhalten weniger Gehalt als Bachelor-Absolvent:innen. Wiederum erhalten Angestellte mit einem Master-Abschluss ein höheres Gehalt als Beschäftigte mit einem Bachelor-Abschluss. Das höchste Gehalt erreichst du mit einem Doktortitel. Vergleichsweise verdienen Fachkräfte mit einem akademischen Abschluss deutlich mehr als ausgebildete Pflegefachkräfte. 

Wie du siehst, steigert ein Pflege-Studium deine Chancen auf ein höheres Einkommen. Der Grund dafür ist, dass Studienabsolvent:innen meistens administrative und wirtschaftliche Aufgaben übernehmen. 

Bringst du die Voraussetzungen für ein Studium mit? Dann könntest du dein Gehalt mit einem akademischen Abschluss steigern. Hierfür solltest du über die Fachhochschulreife verfügen oder schon eine abgeschlossene Ausbildung im Pflegebereich haben.

Berufserfahrung: Mehr Erfahrung = mehr Gehalt

Wie auch in anderen Berufen sind deine beruflichen Erfahrungen ausschlaggebend für die Höhe deines Gehalts. Mit steigender Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit erhöht sich ebenfalls deine Vergütung. 

Hier ein Beispiel, wie sich das durchschnittliche Brutto-Einkommen von Gesundheits- und Krankenpfleger:innen mit der gesammelten Berufserfahrung weiterentwickeln könnte:

  • Einkommen mit weniger als 3 Jahren Berufserfahrung: ca. 3.230 €
  • Einkommen mit 3–6 Jahren Berufserfahrung: ca. 3.301 €
  • Einkommen mit 7–9 Jahren Berufserfahrung: ca. 3.394 €
  • Einkommen mit über 9 Jahren Berufserfahrung: ca. 3.684 €

Das Gleiche gilt für die Betriebszugehörigkeit. Je länger du schon in einer Einrichtung tätig bist, desto mehr Gehalt kannst du verlangen.

Pflegeberufe und Aufgabenbereiche: Löhne unterscheiden sich

Einfluss auf deinen Lohn nehmen auch dein genaues Berufsbild und die gewählte Tätigkeit. Altenpfleger:innen werden beispielsweise meist schlechter bezahlt als Krankenschwestern oder Krankenpfleger. Personen mit Führungsaufgaben beziehen hingegen oft höhere Löhne als Angestellte in der Pflege. 

Ein Blick in den Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit macht dies deutlich. Der dort aufgeführte Median (Mittelwert) der Bruttogehälter zeigt allerdings auch, wie unterschiedlich die Gehälter in den einzelnen Pflegeberufen ausfallen. So verdienen beispielsweise 25 Prozent der angestellten Altenpfleger:innen 2.925 Euro monatlich, während die anderen 25 Prozent einen Bruttolohn von 3.810 Euro erhalten. Daraus ergibt sich ein Median von 3.344 Euro im Monat.

Quelle: https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/, Stand November 2022

Arbeitgeber: Private vs. staatliche Träger

In Deutschland existieren verschiedene Arten von Einrichtungen, in denen du als Pflegefachkraft arbeiten kannst. Hierzu gehören staatliche, kirchliche oder private Einrichtungen.

Gehalt bei staatlichen und kirchlichen Einrichtungen

In der Regel verdienst du bei einem staatlichen Träger am meisten. Staatliche Einrichtungen (z. B. kommunale Krankenhäuser) zahlen nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD). Es gibt verschiedene Entgeltgruppen, in die du je nach Art deiner Tätigkeit und deiner Berufserfahrung ein- bzw. aufsteigst. Wie viel du im öffentlichen Dienst verdienst, entnimmst du der aktuellen Entgelttabelle für Pflegekräfte.

In kirchlichen Organisationen gibt es Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). Diese orientieren sich zwar an den Richtlinien des TVöD Pflege, allerdings fallen die Gehälter dort meist etwas geringer aus.

Gehalt bei privaten Einrichtungen und Pflegemindestlohn

Private Träger ohne gesonderten Tarifvertrag müssen ihren Pflegekräften einen Mindestlohn zahlen. Die Mindestlöhne für Pflegekräfte in Deutschland liegen seit dem 1. September 2022 bei 17,10 Euro brutto pro Stunde. Ausgebildete Pflegehilfskräfte verdienen mindestens 14,60 Euro brutto pro Stunde, Pflegehilfskräfte erhalten einen Bruttolohn von  13,70 Euro pro Stunde. Weitere Mindestlohnerhöhungen plant die Bundesregierung zum 1. Mai 2023.

Allerdings gilt die Mindestlohn-Regelung nicht für die Altenpflege. Altenpfleger:innen dürfen sich über eine Entlohnung in Tarifhöhe freuen, denn auch private Einrichtungen müssen Fachkräfte aus der Altenpflege seit dem 1. September 2022 mindestens nach Tarif bezahlen. Unabhängig davon, ob die Einrichtung an einen Tarifvertrag gekoppelt ist. 

Pflegekräfte, die in privaten Einrichtungen arbeiten, verdienen in der Regel dennoch am wenigsten. Das liegt daran, dass private Träger gewinnorientiert arbeiten und Kosten sparen möchten. Gehaltsverhandlungen ermöglichen hier gute Chancen und helfen dir im besten Fall dabei, einen fairen Lohn auszuhandeln. 

Größere Unternehmen zahlen besser

In größeren Unternehmen erhältst du meistens ein höheres Gehalt als in kleineren. Das liegt daran, dass größere Unternehmen über mehr Budget für Personal verfügen. 

Aber auch in kleineren Betrieben kannst du ein gutes Gehalt verdienen. Hier können dir zum Beispiel Weiterbildungen helfen, um dich für besser bezahlte Stellen zu qualifizieren.

Gehälter variieren je nach Bundesland

Auch der Arbeitsort zählt zu den Einflussfaktoren beim Gehalt. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob du in Süddeutschland arbeitest oder im Osten. Ebenso spielt es eine Rolle, ob du in der Stadt oder auf dem Land arbeitest. Pflegekräfte in den südlichen Bundesländern erhalten im Schnitt ein besseres Gehalt, als das Pflegepersonal in den nördlichen oder östlichen Regionen Deutschlands. 

In Bayern verdienen Gesundheits- sowie Krankenpfleger:innen oder Pflegefachfrauen und -männer beispielsweise durchschnittlich 3.875 Euro brutto pro Monat. In Sachsen hingegen sind es nur 3.584 Euro.

Quelle: https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/, Stand November 2022

Weitere Faktoren: Befristung, Verhandlungsgeschick

Ist dein Arbeitsvertrag befristet oder unbefristet? Auch das spielt eine wichtige Rolle für die Höhe deines Gehalts. Angestellte mit einem befristeten Arbeitsvertrag verdienen meistens weniger, als die in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. In Einrichtungen, die nicht nach Tarif bezahlen, schlägst du außerdem mit Verhandlungsgeschick ein besseres Gehalt heraus. Darüber hinaus gibt es noch einige andere Faktoren, die dein Pflegegehalt beeinflussen:

  • Zuschläge für Feiertage und Nachtschichten
  • Schichtarbeit
  • Bereitschaftsdienste
  • Andere Benefits (wie z. B. mehr Urlaubstage oder Prämienmodelle)
  • Weihnachts- oder Urlaubsgeld

Gehalt in der Ausbildung

Selbstverständlich erhältst du während der Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann eine Ausbildungsvergütung. Diese kann unterschiedlich hoch ausfallen. Auch hier bieten Einrichtungen, die nach Tarif bezahlen, bessere Verdienstmöglichkeiten. Im ersten Lehrjahr erhältst du ungefähr 1.166 Euro brutto pro Monat, im zweiten Jahr 1.227 Euro und im letzten rund 1.328 Euro.

Mehr Gehalt durch Weiterbildung

Eine Weiterbildung oder Zusatzqualifikationen wirken sich immer positiv auf deinen Geldbeutel aus. Mehr Verantwortung bedeutet gleichzeitig mehr Geld. Ebenso kannst du mit administrativen Tätigkeiten ein höheres Gehalt erzielen. 

Als gelernte Pflegefachfrau oder gelernter Pflegefachmann kannst du dich beispielsweise zur Stationsleitung, Wohnbereichsleitung oder Pflegedienstleitung weiterbilden. In der Grafik zu den Durchschnittsgehältern siehst du, wie sich die Höhe deines Gehaltes mit einer Weiterbildung entwickelt. 

Zusätzliche Qualifizierungen sind immer eine gute Grundlage für Gehaltsverhandlungen. Sie liefern dir ein schlagkräftiges Argument für ein höheres Gehalt.

Vielleicht interessiert dich eine  Weiterbildung in diesen Bereichen:

  • Prophylaxe
  • Pflegedokumentation
  • Palliativpflege
  • Geriatrie / Gerontologie und Rehabilitation
  • Gesundheitsmanagement / Case Management
  • Wundmanagement, Verbandstechniken
  • Intensivpflege / Anästhesie
  • Psychiatrie (Kinder-, Jugend- und Gerontopsychiatrie)
  • Schmerztherapie

Besseres Gehalt durch Zeitarbeit in der Pflege

Zeitarbeitsfirmen zahlen weniger? Das ist Quatsch. Der schlechte Ruf von Zeitarbeitsfirmen ist längst veraltet. Das Modell der Zeitarbeit bietet dir als Pflegekraft sogar zahlreiche Vorteile. Es ermöglicht dir nicht nur, deine Arbeitszeiten und Arbeitsorte flexibel zu gestalten, du erhältst meistens auch einen deutlich höheren Stundenlohn. 

Überdurchschnittlich hohe Gehälter sind besonders bei Personaldienstleistern keine Seltenheit. Du kannst hier, im Vergleich zu einer festen Anstellung, bis zu 30 Prozent mehr verdienen. In der Zeitarbeit bestimmst du zudem mit, wie viele Stunden du arbeitest und in welchen Einrichtungen du als Pflegekraft aushilfst.

Wenn du nach Flexibilität suchst, Abwechslung in deinen Berufsalltag bringen möchtest und dabei überdurchschnittlich verdienen willst, ist ein Pflege-Job in Zeitarbeit für dich genau das Richtige. 

Hier haben wir noch einmal alle Vorteile der Zeitarbeit aufgelistet: 

  • Du erhältst als Pflegekraft in Zeitarbeit ein übertarifliches und deutlich höheres Gehalt. Häufig kommen noch andere attraktive Benefits wie mehr Urlaubstage, Weihnachts- oder Urlaubsgeld dazu.
  • Bestimme deine Arbeitsbedingungen selbst und wähle die Arbeitszeiten und -orte, die für dich am besten passen.
  • Du arbeitest in verschiedenen Einrichtungen und sammelst so neue Erfahrungen.
  • Ein unbefristeter Arbeitsvertrag sichert dir deinen Job für die Zukunft.
  • Überstunden oder Bereitschaftsdienste sind kein Muss. Du entscheidest selbst, was du leisten möchtest. Das ermöglicht dir ein stressfreies Arbeiten.

Fazit

Es gibt viele Faktoren, die dein Pflege-Gehalt beeinflussen. Ob Weiterbildung, eine zusätzliche Qualifikation oder einen Jobwechsel – jetzt kennst du die Maßnahmen, um dein Gehalt aufzubessern. Gerne unterstützen wir dich auf dem Weg zu deinem neuen Traumjob. Unsere Berater:innen finden gemeinsam mit dir die passende Position für dich – ein faires und überdurchschnittliches Gehalt ist bei uns natürlich inklusive. Mach jetzt den ersten Schritt für einen Gehaltssprung und vereinbare einen unverbindlichen Beratungstermin.

Häufige Fragen

Was verdienen Pflegefachkräfte?

Nach dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdienen Pflegefachfrauen und -männer in Deutschland durchschnittlich ca. 3.807 Euro brutto im Monat. 

Warum existieren Gehaltsunterschiede in der Pflege?

Das Gehalt in Pflegeberufen ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Staatliche Einrichtungen vergüten Pflegekräfte nach einem Tarifvertrag. Kirchliche und private Träger sind nicht an den Tarif gebunden und zahlen daher meist weniger. Auch das Bundesland und die Unternehmensgröße spielen beim Gehalt eine Rolle. Hinzu kommen Zuschläge für Nacht- oder Schichtarbeit, Bereitschaftsdienste und andere Benefits wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Wie hoch ist das Gehalt als Pflegekraft mit einem Tarifvertrag?

Der TVöD teilt Pflegekräfte in verschiedene Entgeltgruppen ein. In welche der Gruppen du ein- oder aufsteigst, hängt von deiner beruflichen Tätigkeit und der gesammelten Berufserfahrung ab. Wie hoch das Gehalt ausfällt, kannst du in der aktuellen  Entgelttabelle für Pflegekräfte nachlesen.

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